Das Kavalierhaus

Repräsentative Sandsteinfassade zur Straße
im Stil der Weserrenaissance.
Seit fast 500 Jahren prägt es das Stadtbild: Das Kavalierhaus ist nach dem Schloss das älteste und zugleich architekturhistorisch bedeutendste Gebäude in Gifhorn und steht einschließlich des Gartens als Ensemble vollständig unter Denkmalschutz. Es wurde 1546 von Schlossbaumeister Michael Clare als Wohnhaus für den Hofmarschall des Herzogs, Casper von Leipzig, erbaut und beeindruckt durch seine prächtige Sandsteinfassade im Stil der Weserrenaissance.

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Starke Farbkontraste an
der Fachwerkfassade.

Da der Zahn der Zeit hat am Kavalierhaus genagt hatte, war es von Juli 2009 bis November 2010 wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Mit finanzieller Hilfe zahlreicher Förderer (Landkreis-Gifhorn-Stiftung, Land Niedersachsen, Bundesrepublik Deutschland, Stadt Gifhorn, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg und LSW) wurde das Baudenkmal von Grund auf saniert und wieder auf ein solides Fundament gestellt, um es für kommende Generationen zu bewahren. Im Rahmen der Sanierung, die streng nach den Vorgaben des Denkmalschutzes erfolgte, bekam auch die Fassade ein neues Gesicht. Während die zum Steinweg weisende Sandsteinfassade im Stil der Weserrenaissance in Anlehnung an die Farbgebung des Gifhorner Schlosses weiß geputzt und mit Akzentuierungen in drei Graustufungen gestaltet wurde, zeigt sich die rückseitige Fachwerkfassade jetzt mit anthrazitgrauem Fachwerkgehölz und ziegelroten Gefachen. In dieser Farbigkeit soll sich die Fassade bereits im späten 18. Jahrhundert präsentiert haben.


Das Schlafzimmer der Museumswoh-
nung im Obergeschoss des Hauses.
Neben Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen und den Büros von Kulturverein und Calluna befindet sich im Kavalierhaus das in seiner Art einzigartige Museum für bürgerliche Wohnkultur der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es besteht aus den in nahezu unverändertem Zustand erhaltenen Wohnräumen sowie dem Dachboden, Keller und Garten der letzten Bewohnerin. Emma Wrede lebte von 1930 an mehr als 60 Jahre in dieser Wohnung, die nach ihrem Tod der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Die Räume gewähren faszinierende und authentische Einblicke in eine typische bürgerliche Wohnsituation der damaligen Zeit.


Emma Wredes Küche.
Das Museum ist ausschließlich im Rahmen von rund einstündigen Führungen zu besichtigen.  Die Termine der nächsten Führungen finden Sie hier. Gruppenführungen können unter der Telefonnummer 05371/82424 gebucht werden. Wenn Sie die Museumsführung mit weiteren Besichtigungen oder einem mehrtägigen Aufenthalt in Gifhorn verbinden möchten, stellen Ihnen die Tourismusexperten der Südheide Gifhorn GmbH gerne ein individuelles Programm zusammen.